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Weit voraus hat man in Waidhofen an der Ybbs schon immer geblickt: Noch ehe das heutige Bundesrealgymnasium gegründet wurde, hatte man klugerweise bereits Bücher für die künftige Schule angekauft! Bei der Generalsanierung des Schulgebäudes am Schillerplatz in den sechziger und siebziger Jahren entstand im ersten Stock der repräsentative, zentral gelegene, "transparente" Bibliotheksraum, der auch heute noch als Schulbibliothek genützt wird. Im Jahre 1984 wurden die bis dahin bestehenden vier Teilbibliotheken (für Lehrpersonen, UnterstufenschülerInnen und OberstufenschülerInnen sowie die Fachbibliothek Englisch) in eine Zentrale Schulbibliothek für alle Schulpartner unter der Führung eines Lehrers und in Kursen ausgebildeten Schulbibliothekars (Mag. Hans Müller) umgewandelt. Um Platz für Neues zu schaffen, wurden mehr als 2000 veraltete Druckwerke in einen Archivraum im Turm des Gebäudes deponiert. Ein Probebetrieb der computerunterstützten Entlehnung von Büchern mit dem Bibliotheksprogramm "Biblio" scheiterte an software-technischen Problemen und an den geringen Kapazitäten dieses Programms. Erst 2004 begann die Aufnahme des Buchbestands ins neue System "Littera Windows", das nunmehr bei der Entlehnung der zum gegenwärtigen Zeitpunkt insgesamt 20820 Bände verwendet wird. Schon am Ende des 20. Jahrhunderts hielten vier Computer, die von SchülerInnen der Oberstufe benützt werden dürfen, ihren Einzug in die Schulbibliothek des BRG. Im Sommer 2007 erfolgte die Totalrenovierung des Bibliotheksraums. Eine zwischendurch eingebaute Trennwand wurde entfernt, die alten Regale und Karteikästen wanderten ins nunmehrige Magazin in den Keller des Schulgebäudes, wo nun auch ein großer Teil des bisherigen Bücherbestandes aufgestellt ist. Ein neuer Teppichboden, neue Regale, gefüllt mit dem aktuellen Teil des Buchbestands (darunter etliche Neuerwerbungen), neue Möbel, Sitzstufen und die attraktive Bemalung lassen den Raum wie neu erstrahlen. Die Anzahl der SchülerInnen-Computer wurde im Jänner 2008 verdoppelt. War in den achtziger Jahren die freiwillige Mitarbeit von SchülerInnen eine Grundvoraussetzung für die Einführung der Zentralen Schulbibliothek, so wurde im dritten Jahrtausend diese Mitarbeit wieder verstärkt durch die Unverbindliche Übung "Praxis der Bibliotheksverwaltung", die in den letzten drei Schuljahren aufgrund einer Initiative der inzwischen zweiten als Schulbibliothekarin ausgebildeten Professorin (Mag. Dr. Eva Maria Köhler) entscheidend dazu beitrug, dass der Wandel zur modernen Schulbibliothek ohne spürbare Einschränkungen des Entlehnbetriebs vollzogen werden konnte. Text: Mag. Hans Müller Fotos: Mag. Johann Kern |